KRÄUSELKRANKHEIT an Pfirsichen, Aprikosen und Nektarinen

Die Kräuselkrankheit, die Pfirsich, Aprikosen, Nektarinen und auch Mandelbäume befällt, wird durch den Pilz Taphrina deformans verursacht.

Kräuselkrankheit Pfirsich
Kräuselkrankheit Pfirsich

Schadbild: Bereits im Frühjahr beim Austrieb sind die austreibenden Blätter durch Kräuselungen verändert und blasig aufgetrieben. Der Neuaustrieb trägt oft verkrüppelte Blattbüschel. Die Blätter können zum Teil auch stark verdickt oder vergrößert sein. Die Ausstülpungen sind gelbgrün-, gelblich bis rötlich verfärbt. Auf der Blattoberseite ist ab Ende Mai ein samtartiger, heller Belag zu erkennen. Die erkrankten Blätter vertrocknen und werden schließlich abgeworfen. Im Juni erfolgt ein meist gesunder Neuaustrieb. Bei starkem Befall kann es zur Spitzendürre kommen, in deren Verlauf ganze Äste absterben. Es kommt gelegentlich auch zum Fruchtbefall bei dem die Früchte grünliche oder rote runzelige Auftreibungen aufweisen. Viele Früchte fallen, genauso wie die Blätter, bereits schon vorzeitig ab.

Bei sehr starkem, oder mehrjährigen Befall wird der Baum derart geschwächt, dass es zu einer Ertragsminderung kommt. Der Pilz überwintert als Pilzgeflächt (Myzel) auf Zweigen oder Knospenschuppen. Bereits beim Knospenschwellen findet die Infektion statt, dieses geschieht schon ab Januar. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht bei feucht-warmer Witterung ab ca. 12- 13 °C. Dann zerfällt das Myzel in kleine Zellen die durch Niederschläge in die sich öffnenden Knospen gespült werden, um dort die jungen Blätter zu infizieren. Eine Infektion älterer Blätter findet nicht statt. Bei höheren Temperaturen über 16 °C ist der Pilz nicht mehr infektiös.

Einige Symptome können auch dem Schadbild durch Insektenbefall ähneln. Gerade im Sommer fällt es dem ungeübten Betrachter schwer, ohne die vorgenannten Anfangskennzeichen eine Pilzkrankheit zu diagnostizieren. Eine Untersuchung der Blattunterseiten auf saugende Insekten, wie z.B. Blattläuse, kann für mehr Klarheit sorgen. Wer sich dennoch nicht sicher ist, kann auch seinen Gartenfachberater hinzu ziehen.

Vorbeugende Maßnahmen: Bereits beim Kauf sollten widerstandsfähige Sorten gewählt werden. Wichtig ist auch der richtige Standort. Die Bäume sollten einen sonnigen und luftigen Platz im Garten bekommen. Die Blätter sollten nach einem Regenschauer schnell wieder trocknen, daher sollte auch die Baumkrone nicht zu dicht sein.

Es können Pflanzenstärkungsmittel oder auch Brühe aus Schachtelhalm verwendet werden um die Widerstandsfähigkeit der Bäume zu erhöhen. Gespritzt wird mehrmals vor dem Austrieb zur Zeit des Knospenschwellens. Auch eine sachgerechte Düngung z.B. mit organischem Langzeitdünger kann die Abwehrkräfte stärken, auch empfohlen wird eine gute Kompostgabe im Herbst.

Maßnahmen nach Infektion: Fruchtmumien und befallene Blätter entfernen so wie geschädigte Triebspitzen zurück schneiden. Wie auch bei den vorbeugenden Maßnahmen, kann mit Pflanzenstärkungsmitteln oder einer Spritzbrühe aus Schachtelhalm entsprechend behandelt werden. Als begleitende Maßnahme den Baum an kalten Tagen vor Nässe schützen.

Das zur Zeit einzigste für den nicht gewerblichen Anwender zugelassene Pflanzenschutzmittel (Fungizid) gegen Pilzerkrankungen im Haus und Kleingarten ist Duaxo-Universal-Pilzspritzmittel. Dieses Spritzmittel wirkt allerdings erst ab einer Tagestemperatur von min. 12 °C.
Siehe hierzu auch den Berliner Gartenbrief vom Pflanzenschutzamt Berlin Nr.1 / 14.01.2015 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/tipps/download/2015/Gartenbrief_Nr_1.pdf

ehf

Foto: http://stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/tipps/download/2015/Gartenbrief_Nr_1.pdf

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4 Gedanken zu “KRÄUSELKRANKHEIT an Pfirsichen, Aprikosen und Nektarinen

  1. Als Empfehlung findet man in der Gartenliteratur auch noch den Hinweis unter dem Pfirsich oder der Nektarine Knoblauch zu stecken. Helfen soll auch Cuprum C 30 (Kupfer) aus der Hömopathie oder Brennnesseljauche, bzw. Essigwasser als Spritzmittel.

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    1. Zu solch speziellen Fragen empfehle ich die Kontaktaufnahme mit dem PPflanzenschutzamt Berlin
      Informationen zum Pflanzenschutz im nichterwerbsmäßigen Bereich
      (für den Freizeitgärtner im Haus- und Kleingarten, Zimmer, Balkon, Terrasse, Urban Gardening)

      Dienststelle: Mohriner Allee 137
      12347 Berlin
      Telefon (Zentrale): 030 / 70 00 06 – 0
      Telefax: 030 / 70 00 06 – 255

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