Wie Pflanzen dem Winter trotzen – Strategien des Überlebens

Draußen vor dem Fenster ist es klirrend kalt, wir sind häufiger im warmen Zimmer und genießen bei einer heißen Tasse Tee den Blick in die verschneite Landschaft. Pflanzen sind an Ihren Standort gebunden sind und können sich nicht warmzittern, wie wir Menschen oder Tiere. So können durch Frieren und Tauen winzige Luftblasen im Wassertransportsystem der Pflanzen entstehen, die deren Lebensadern unterbrechen. Wasser kann dann nicht mehr von den Wurzeln zu den Blättern transportiert werden, die Pflanze stirbt. Welche Strategien wenden Pflanzen also an, um zu überleben?

Schnee ist für viele Pflanzen ein wichtiger Schutz. Unter der eiskalten, aber lockeren Schneedecke entwickelt sich dank der luftgefüllten Hohlräume eine isolierende Schicht, dank derer es unter der Schneedecke viel wärmer als darüber sein kann. Wie bei dem Iglu der nördlichen Bewohner schützt der Schnee aber auch vor eisigen Winden.

Wenn der erste Frost vorbei ist, liegen oftmals die Reste der vorjährigen Prachtpflanzen am Boden und wirken wie tot. Doch – so ist es nicht. Die verschiedenen mehrjährigen Gartenpflanzen haben dank Mutter Natur die verschiedensten Methoden und Strategien entwickelt, um zu überleben, unter den abgestorbenen Trieben verbergen sich spezielle „Organe“, die den Neuaustrieb im Frühjahr ermöglichen.

Strategie 1: Laubbäume lassen im Herbst ihre Blätter fallen, die Lebenssäfte ziehen sich aus dem Stamm in Richtung Wurzel zurück. Der Austrieb im Frühjahr erfolgt aus Knospen, die sich durch eine feste Schuppenhülle geschützt an den Zweigen bilden.  (Eichen, Kastanien, Birken)
Strategie 2: Einjährige Gartenpflanzen haben keine Überdauerungsorgane an der Pflanze selber, die Pflanze stirbt im Winter ab. Doch im Laufe des Herbstes werden Samenkapseln mit unzähligen Samenkörnern gebildet, die durch den Wind in alle Richtungen verteilt werden, um am neuen Ort überwintern und dort neue austreiben zu können. (Mohnblume, Sonnenblume)
Strategie 3: Kleinwüchsige Immergrüne Pflanzen bilden zum Schutz gegen die Kälte besonders widerstandsfähige oberirdische Triebe mit wachsartigen Überzügen auf den Blättern aus. Ihre Wurzeln überleben dank einer Isolierschicht aus Laub und Erde. Trotzdem würden sie strenge Winter ohne eine schützende Schneedecke nicht überstehen. Immergrüne Gehölze haben verstärkt mit Kälte und Frosttrocknis zu kämpfen, daher sind viele dieser Pflanzen in Mitteleuropa auf die wintermilden Regionen beschränkt und sind dankbar über eine Wassergabe an Tagen ohne Frost.  (Rhododendron, Heidepflanzen, Buchs, Stechpalme, Ilex)
Strategie 4: Wurzelstock und Zwiebelpflanzen überstehen den Winter dank Ihrer unterirdischen Speicherorgane, den Zwiebeln und Rhizomen. In Ihnen steckt die ganze Kraft der Pflanze, daher müssen Sie vor Fäulnis und Feuchtigkeit geschützt werden. Einerseits durch eine dicke Laubschicht über den Pflanzen, andererseits durch den Schutz der umgebenden Pflanzen. Viele dieser Pflanzen wachsen im Schutz von Bäumen oder Sträuchern und treiben im Frühjahr neu aus, bevor die Blätter an den Schutzpflanzen ausgerollt werden. (Schneeglöckchen, Tulpe, Krokus)
Strategie 5: Pflanzen mit Speicherwurzeln und zweijährige Pflanzen sterben entweder oberirdisch komplett oder nur zum Teil ab. Die Nährstoffe wandern in die Wurzeln und werden dort gespeichert. Ätherische Öle, die bei der Wilden Möhre gut wahrnehmbar sind, sollen Fraßfeinde abschrecken oder vor Bakterien schützen. Kennzeichnend für diese Pflanzen ist auch, dass oberirdisch mit den Jahren proportional zu der unterirdischen Wurzeln immer mehr neue Triebe ausbildet werden.
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